ÖKO-TEST-Magazin Februar 2012

Oekotest-Februar-2012: Pillen die krank machen

Oekotest-Februar-2012: Pillen die krank machen

Wieder ist ein Monat vergangen in dem die Stiftung Ökotest viele neue und auch alte Produkte auf Herz und Nieren nicht nur auf Funktion sondern vor allem auch auf ihre Inhaltsstoffe, gefährlichen Zusatzstoffe, Wirkung und Gesundheitsbeeinflussung untersucht hat. In der aktuellen Ausgabe sind auch wieder viele Bio- und/oder Öko-Produkte in den Tests bewertet worden.

Im aktuellen Februar-Heft gibt es unter anderem diesmal folgende Tests und Berichte:

Test: Multivitaminpräparate
Vitamine und Mineralstoffe in einer Tablette werden als Rundum-sorglos-Paket zum Erhalt der Gesundheit verkauft. Doch immer mehr Studien zeigen: Mit dem Nutzen solcher Produkte ist es nicht weit her, die Risiken sind nicht zu unterschätzen. Und so schnitten die untersuchten Multivitamin-Präparate fast alle katastrophal ab: Viele Präparate sind viel zu hoch dosiert, nur wenige getestete Produkte halten sich an die Höchstmengenempfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Test: Grüne Tees
Grüntee kommt meist aus Ostasien. ÖKO-TEST wollte wissen, ob man diesen nach der Atomkatastrophe von Fukushima noch sorgenfrei trinken kann. Das Testergebnis zeigt, dass tatsächlich in einigen Produkten radioaktive Teilchen, wie sie nur bei künstlicher Kernspaltung entstehen, vorhanden sind. Diese Teilchen stammen aber wohl nicht aus Fukushima, sondern sind Reste aus früheren Atombombentests. Zum Glück liegen die Mengen in den untersuchten Produkten sehr weit unter den Grenzen, ab denen Lebensmittel beanstandet werden. Dafür ist aber die Pestizidbelastung umso heftiger: Bis zu 14 verschiedene Spritzmittel ließen sich in den Produkten nachweisen. Auch Rückstände von Mineralöl wurden in der Mehrzahl der Teeproben entdeckt. Ein weiterer Grund auf Bio-Grüntees umzusteigen.

Test: Antifaltencremes
Von Antifaltencremes erwarten die Kundinnen und Kunden, dass sie gegen Falten helfen. ÖKO-TEST hat die Produkte dieses Mal nicht nur auf die Inhaltsstoffe untersuchen lassen, sondern auch Wirksamkeitsbelege analysiert. Die Ergebnisse sind enttäuschend, aber immerhin zwei Produkte schneiden mit „gut“ ab.

Test: Babynestchen
Die Spielzeugnorm EN71 verbietet an Spielzeug Bänder, die länger als 22 Zentimeter sind. Das hat seinen Grund: In solchen können sich Babys mit den Fingern oder Ärmchen verheddern, so dass die Blutzufuhr unterbrochen und die Kleinen verletzt werden. Das hat sieben Hersteller aber nicht abgehalten, lange Befestigungsbänder am Babynestchen anzunähen oder zum Anbinden beizufügen. Auch in punkto Inhaltsstoffe gibt es Kritik von ÖKO-TEST. Es gibt zwar „sehr gute“ Babynestchen, doch manche warten unter anderem mit Weichmachern auf, die in Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. In etlichen Produkten haben die Labore auch das gifte Halbmetall Antimon gemessen, das die Haut reizen kann.

Test: Wachsmalstifte
Etliche der getesteten Produkte gehören nicht in Kinderhände. Sie enthalten zu viele polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, von denen einige als krebserregend gelten. Das Schwermetall Blei steckt in zwei Marken. Auch entdeckte das Labor problematische aromatische Amine. Manche Hersteller betreiben zudem Etikettenschwindel: Auf den Verpackungen schwirren zwar Bienen, doch Bienenwachs ist in den Stiften nur in geringen Mengen zu finden.

Test: Laminat
Manches Laminat ist nicht so unempfindlich, wie das die Hersteller den Kunden glauben machen wollen. Einige Marken bekamen im Labortest auch bei vergleichsweise geringer Belastung schnell Dellen oder Kratzer an der Oberfläche. Fast alle laden sich recht schnell elektrostatisch auf, was die Luftelektrizität erhöht und sich auf das Raumklima auswirkt.

Test: Wohngebäudeversicherung
Hausbesitzer braucht eine Wohngebäudeversicherung. Doch wer nicht aufpasst, zahlt jährlich hunderte Euro zu viel. Die Preisunterschiede am Markt sind gigantisch. Dazu kommt, dass manche Versicherungen nur einen mangelhaften Schutz bieten.

Die Februar-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 27. Januar im Zeitschriftenhandel.
Das Heft kostet 3,80 Euro. Wieder mit dabei: Das Elternmagazin Kinder Kinder mit vielen hilfreichen Tipps und Tests.


Leserkommentare: Meinungen und Diskussion

Datum: Stichworte: Fukushima, Gesundheit, Haut, Hersteller, Kinder, Lebensmittel, Öko-Test, Ökotest, Produkte, Raumklima, Schutz, Spielzeug, Testergebnis, Tests, Tipps, Wirkung,


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Diskussion & Kommentare zu "ÖKO-TEST-Magazin Februar 2012"



Markus Schatzer 3. Februar 2012 um 15:34

Seeehr interessanter Artikel.
Was ich hier auch noch klasse finde,
ist das Cover des Magazins, was nochmal so richtig verdeutlicht wie schlecht diese Pillen sind!